Löten von QFN und DFN
- Es gibt eine Reihe von modernen Chips, welche nur in Miniaturgehäusen verfügbar sind.
Hier gebe ich eine kurze Anleitung, wie man mit Hobbymitteln ein QFN oder DFN Gehäuse handlöten kann. Diese Gehäuse
haben 0,5mm Pitch (das ist der Pinabstand) und oft ein Centerpad (eine Anschlußfläche mittig unter dem Baustein).
Nicht zuviel Angst haben, es geht leichter als man meint.
| Erforderliches Werkzeug |
|---|
| temperaturgeregelter Lötkolben mit feiner Spitze |
| Mikroskop, notfalls auch Optikerlupe (Sollte mind. 4-fach vergrößern) |
| Kreuzpinzette mit feiner Spitze; Ersatzweise Spitzpinzette und Federklammer zum Zusammendrücken. |
| Spitzpinzette zum Ausrichten |
| Lötsauglitze < 0.8mm. |
| Lötzinn 0.3mm, notfalls auch 0.5mm |
Vorbereiten
- Bei rollverzinnten Platinen muß vor dem Auflöten die Auflagefläche komplett eben und zinnfrei gemacht werden.
Hierzu mit dünner Lötsauglitze die Pads plan absaugen. Bei HAL (Hot Air Leveling) ist dies nicht erforderlich.
Handverlötung erfordert eine spezielle Bauform im Layout, welche zum einen die Pads weiter nach außen zieht, damit die
Wärme besser unter den Baustein kann und zum anderen einen Zugang zum Center-Pad von der Lötseite her erlaubt.Ausrichten
- Der Baustein wird nun exakt ausgerichtet und mittels einer Kreuzpinzette auf die Platine gedrückt.
Alle Anschlußpads müssen genau kontrolliert werden.
Verlöten
Wenn alles paßt, den Baustein Seite für Seite
zügig mit feinem Lötzinn (0.3mm) verlöten. Lieber etwas zu viel Lötzinn geben und hinterher mit Lötsauglitze wieder aufnehmen.
Man kann auch eine komplette Wurst ablegen und diese wieder mit Sauglitze aufnehmen.
Center Pad
Das Centerpad muß unbedingt angeschlossen werden, i.d.R. leitet der Baustein seine Abwärme darüber weg.
Die Massefläche wird von der anderen Seite gut vorgewärmt (noch ohne Zugabe von Lötzinn). Erst wenn der Via komplett warm ist, wird das Lötauge unter dem Chip mit Lötzinn gefüllt und mit der Spitze des Lötkolbens auf die Fläche des Centerpad geschoben. Das Lötzinn wird nun vom Spalt zwischen Pad und Platine auf der Oberseite angesaugt. Dieser Vorgang ist sichtbar und zurück bleibt ein halb gefülltes Lötauge.
Kontrolle
- Unbedingt vor dem Bestücken weiterer Bauteile die Lötstellen gründlich kontrollieren (am besten mit dem Mikroskop!). Alle
Seiten auf Spaltbildung und Kurzschlüsse an den Anschlußpads überprüfen.
Im Zweifel lieber nochmal aufsaugen und neu nachlöten.
Abschließend die Platine mit Wattestäbchen und Alkohol (Spiritus) säubern.